Schnittlauch und Granitfelsen

Samstag, 19.8.2017

Den Vormittag haben wir im zentralen Kloster von Ulaanbaatar verbracht.
Schön, aber auch ernüchternd – der hier ausgeübte Budhismus liegt nahe an Vielgötter-Naturreligionen. Der Haupttempel behergergt den Buddha, der für die Unabhängigkeit der Mongolei zuständig ist. Die Statue it 26 m hoch, wurde von den Russen demontiert (und zu Kanonen verarbeitet). Nach dem 2. Weltkrieg wurde für den Ersatz gesorgt den wir heute besichtigt haben.

Man kauft hier Gebete gegen diverse Leiden und Gefahren ein. Für jeden erschwinglich, aber „Money makes the world go round“
(… und die Gebetsmühlen müssen im Uhrzeigersinn bewegt werden)

Aus der Hauptstadt raus waren wir schnell in völlig unbesiedelter Landschaft. Für die nächsten 200 km gab es nur Steppe. Keine Bäume, keine Büsche nur Grün das wir für Gras gehalten haben.

Pferde, Rinder, Schafe und Ziegen und mehrere Bussarde waren die einzige Abwechslung zum unüblichen Regen in der Steppe. Unser heutiges Mittagessen haben wir bei Wind und strömendem Regen am Fuß eines Bussard-Hügels eingenommen. Unsere Köchin Naasr hat unter widrigsten Umständen ein bemerkenswertes Mittagessen herbeigezaubert.

Als wir dann wieder einen Halt in einer weiten Senke gemacht haben hat sich das Grün der Steppe als blühender Schnittlauch herausgestellt  – und zwar über viele Kilometer nur Schnittauch.

Wir fragen uns warum hier nicht einmal ein Busch wächst, geschweige denn ein Baum.
Vielleicht können wir dieses Rätsel ja noch lösen.

Von der Asphaltstrasse ging es dann rechts weg und wir haben die Geländegängkeit unserer russischen Kleinbusse schnell schätzen gelernt. Die Fahrer spielen natürlich auch eine Rolle – mit 60 km/h über die Waschbrettpiste fahren erfordert Erfahrung.
Leider war Regen unser ständiger Begleiter.

Das stark verwitterte Granitgebirge des Baga Gazriin Chuluu Naturparks liegt gerade mal 100 m über der Schnittlauchsteppe. Trotzdem beeindruckt die Granitlandschaft, es gibt Felsformationen, Büsche und an einem buddhistischen Kraftplatz sogar seit 300 Jahren ein Birkenwäldchen.

Eine Glückshöhle und eine Augenheilquelle komplettieren das esotherische Angebot.

20 km später erreichen wir unser erstes Ger-Camp, dass Erdene Ukhaa Tourist Camp.

Es gibt hier beste Versorgung mit langsam wachsender technischer Infrastruktur. Dieses Jahr ist ein neuer Sanitärblock  dazugekommen und das alte Doppelsitzer-Plumpsklo ist außer Betrieb gegangen.

 

LG L&G&G